WNBL: Jahresauftakt mit Sieg und Niederlage - Rotenburg vor Augen

Janne Tullius

Der Jahresanfang hielt für die Lady Vikings in der U17-Bundesliga WNBL gleich einmal ein Kontrastprogramm bereit. Erst holte das Team von Headcoach Adesina Ogundipe den zweiten Saisonsieg gegen BG 2000 Berlin (77:55), am vergangenen Wochenende ging es dann zum Spitzenreiter TSV Hagen. Im Ruhrgebiet gab es eine 48:91-Niederlage. Die nächste Aufgabe steht bereits auf dem Programm: Am Sonntag (23. Januar, 12:00 Uhr) gastieren die Lady Vikings bei der BG Rotenburg/Scheeßel.

Der Sieg in Berlin war im Vorfeld zwar keineswegs als gebucht eingeplant gewesen, aber die Wedelerinnen hatten sich einen Erfolg zweifellos als klares Ziel auf die Fahnen geschrieben. "Ich habe die Spielanteile gut verteilen können", so Ogundipe angesichts der letztlich "klaren Sache". Ihr Debüt im Trikot der Lady Vikings feierte dabei Nora Reimann. Die Flügelspielerin, aus der SCAL-Jugend stammend, fügte sich gleich gut ein und trug zum Triumph bei.

Dass die Aufgabe in Hagen ungleich kniffliger werden würde, dessen waren sich Trainer und Team bewusst. "Es war ziemlich schwer für uns. Nicht unbedingt wegen der individuellen Stärke der Hagenerinnen, sondern weil wir unter unseren Möglichkeiten geblieben sind. In der Defense mussten wir große Abstriche machen und haben zu langsam umgeschaltet", blickt Ogundipe zurück. Nicht hilfreich war dabei, dass mit Simita Kaur (Gehirnerschütterung) und Laura Schroeder (Fieber) Stammkräfte fehlten und die Langzeitverletzte Aylin Seker ohnehin noch nicht wieder einsatzbereit ist. Mit 18 Zählern avancierte Janne Tullius zum Topscorer der Lady Vikings. Nicht zum ersten Mal. "Janne hat viel Verantwortung übernommen", so der Coach. Dass die Innenspielerin auch bereits Regionalliga- und Zweitligaerfahrung sammeln konnte, kommt ihr in der WNBL zugute. Und scheint ihren Ehrgeiz noch zu erhöhen: "Ihre Arbeitseinstellung ist grandios. Manchmal muss man sie bremsen", lobt Ogundipe. Für die kommende Aufgabe gegen Rotenburg wird Tullius womöglich aber nicht in Topform sein, nachdem sie sich kürzlich eine Knöchelblessur zuzog.

Ohnehin stehen die Lady Vikings im Duell mit den Niedersächsinnen vor einer hohen Hürde. Ogundipe: "Uns erwartet ein Spiel, das sehr intensiv sein wird. Es wird auf die Defense ankommen. Wir müssen gemeinsam in der Verteidigung arbeiten, das ist ganz wichtig." Das Wedeler Augenmerk gilt dabei auch Rotenburgs Emma Stach, die im Hinspiel den Ausschlag zugunsten der BG '89 gab und bereits zahlreiche Einsatzminuten in der 2. DBBL erhielt. "Wir müssen konzentriert an die Sache herangehen", fordert der Coach nicht nur deshalb.

WNBL: Erste Praxistests für die neue Saison bestanden

Die SC Rist Lady Vikings machen sich bereit für ihre zweite Spielzeit in der WNBL. Unter dem neuen Headcoach Adesina Ogundipe nahm das Team am vergangenen Wochenende am "WNBL-Brinker-Cup" in Herne teil und erreichte den fünften Platz. Zwei Wochen zuvor hatte der Coach seine Schützlinge für ein Wochenend-Trainingscamp zusammengezogen. Ogundipe, wie bisher auch Co-Trainer in der 2. DBBL, leitet das WNBL-Team als Nachfolger von Gundula Laabs an, die zwar weiterhin zum Trainerstab gehört, sich als Jugendkoordinatorin nun aber primär um andere Projekte kümmert.

"Die Teamchemie stimmt", konnte Ogundipe nach dem Turnier in Herne erfreut feststellen: "Es macht Spaß, mit den Mädels zu arbeiten. Sie sind hungrig und haben sich schon gut präsentiert. Sie haben aber auch gemerkt, wo noch Arbeit zu tun ist und was wir noch verbessern müssen. Dafür war das Turnier sehr gut. Die Spielerinnen konnten sehen, wie die Luft da oben ist, welche Physis dort herrscht. Und bis zum Saisonstart Ende Oktober ist ja gar nicht mehr so viel Zeit", sagt der Coach. Nach der Neuordnung der Gruppen in der U17-Bundesliga treffen die Lady Vikings in der Spielzeit 2010/11 auf Oberhausen, Rotenburg/Scheeßel, Göttingen, TuS Lichterfelde, BG 2000 Berlin, TSV Hagen und den Herner TC.

Im Vergleich zur vergangenen Saison sind U16-Nationalspielerin Levke Brodersen (nach Saarlouis) und Maren Walter (verbringt ein Jahr in Spanien) sowie aus Altersgründen die 93er Sonja Baulecke, Julia Borcherding, Laura Kehrbaum, Anna Kunze und Louise März nicht mehr dabei, dafür rückten drei Spielerinnen des 96er-Jahrgangs in den Kader: Jana Meier, Franziska Schreiner (beide TuRa Harksheide) sowie Clara Schwartz (Ahrensburg). Den Gang in die Play-Downs möglichst zu vermeiden, lautet die Zielsetzung des Trainers für die neue Saison. Und viel wichtiger noch: Die Spielerinnen weiterzuentwickeln, ihnen Wettkampfpraxis auf hohem Niveau und gegen starke Kontrahenten zu verschaffen. Das alles im Sinne einer konsequenten und durchgängigen Talentförderung. Deshalb nimmt die eine oder andere Spielerin bereits auch an Trainingseinheiten des Zweitliga- und Regionalligakaders teil und könnte in den nächsten Monaten erste Luft in der 1. RLN schnuppern.

Das Manko, wie auch bisher einen recht kleinen - was die Körpergröße betrifft - Kader zur Verfügung zu haben, begegnet Ogundipe auf diese Art und Weise: "Wir wollen schnell spielen, in der Defense früh Druck auf den Ball machen, gut ausboxen und uns gegenseitig helfen." Wie dieses Konzept umgesetzt werden soll, haben die Lady Vikings in Herne in ersten Praxistests geübt. Weitere werden folgen, zudem noch so manche Trainingseinheit, um dann am 30. Oktober beim Auswärtsspiel gegen BG 2000 Berlin gut in die neue Saison starten zu können.

Ergebnisse vom "WNBL-Brinker-Cup":

Samstag:
1. Spiel: Lady Vikings - Pfalz Towers Speyer 52:36
2. Spiel: Herner TC - Lady Vikings 53:39
3. Spiel: Rhöndorfer TV - Lady Vikings 63:32

Sonntag:
4. Spiel: TV Bensberg - Lady Vikings 29:48
5. Spiel (um Platz 5): Pfalz Towers Speyer - Lady Vikings 32:39